Biografien  

Anton Bachanek

geboren 24.01.1921 Saranow (Polen)

Beruf Landarbeiter
Haftzeitraum 1943-1945

Biografie

Antoni Bachanek wurde am 24. Januar 1921 in Sarnów in Polen geboren.

Es ist unklar, wann er als Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich kam. Anfang des Jahres 1940 wurde er von der Polizei im Arnsberger Raum mit einem weiteren Polen verhaftet und in die Strafanstalt Münster überstellt. Nach der frühzeitigen Entlassung arbeitete Bachanek in einer Holzhandlung und dann bei einem Bauern in Greven. Von dort aus floh er zwei Tage nach seiner Ankunft. Im November 1941 gelangte er in polizeilichen Gewahrsam in Kassel. Ende März 1942 nahm ihn die Gestapo Kassel erneut fest, woraufhin er zu einem Jahr und sechs Monaten Straflager verurteilt wurde. Diese Strafe verbrachte er in der Strafanstalt Ziegenhain. Im Dezember 1943 erfolgte seine Einweisung in das Arbeitserziehungslager Breitenau. Rund einen Monat später wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar deportiert. Als er dort ankam, betrug sein Körpergewicht nur noch 57 kg bei einer Körpergröße von 1,83 m. Im Lager verrichtete er hauptsächlich schwere körperliche Arbeit, vor allem in einem „Entwässerungskommando“, weshalb er öfter das Krankenrevier aufsuchen musste. Ende Juli 1944 wurde er nach Magdeburg in ein KZ-Außenlager von Buchenwald transportiert, um dort für die „Brabag“ (Braunkohle-Benzin-AG) zu arbeiten. Im Februar 1945 wurde er erneut nach Buchenwald gebracht und schließlich mit rund weiteren 100 Gefangenen nach Soest transportiert, wo er bei der Reparatur zerstörter Gleisanlagen im Soester Bahnhof helfen musste. Kurz darauf wurde er ein drittes Mal nach Buchenwald überstellt, wo er die Befreiung des Lagers durch das amerikanische Militär erlebte.

Nach Kriegsende lebte Bachanek in Polen und bat im November 1970 um eine Bestätigung über seinen „Aufenthalt in den Konzentrationslagern“, wahrscheinlich um staatliche Zuwendungen in Polen für NS-Verfolgte zu erhalten. Ein Jahr später erhielt er einen „Dokumenten-Auszug“ mit Angaben zu seiner Verfolgung übersandt. Antoni Bachanek starb noch vor der Vervollständigung von weiteren Informationen seines Verfolgungsweges am 3. September 1971 mit nur 50 Jahren.

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