Bildung  

Veranstaltungen

Was muss ein Ort erzählen? Perspektiven und Herausforderungen der aktuellen Gedenkstättenpädagogik

Podiumsgespräch

Do 30.06.2022, 19:00 Uhr

AStA Kassel, Universitätsplatz 10, 34127 Kassel

Die Gedenkstättenpädagogik blickt auf eine rund vierzigjährige Geschichte zurück. Zeit für eine Bestandsaufnahme und ein Resümee: Was macht die pädagogische Arbeit am historischen Ort aus und wie verändert sie sich aktuell angesichts des zeitlichen Abstands zum Nationalsozialismus, der Digitalisierung und zunehmender Angriffe von rechts auf die Erinnerungskultur? Wie sieht eine zeitgemäße Gedenkstättenpädagogik aus und in welchem Verhältnis steht sie zur historisch-politischen und politischen Bildung? Unter der Leitfrage, „was muss ein Ort erzählen?“ diskutieren:

Prof. Dr. Alfons Kenkmann: Impulssetzung

Dr. Verena Haug (Anne Frank Zentrum), Dr. Akim Jah (Arolsen Archives), Ann-Kathrin Mogge (#Hatebreach, Die Kopiloten)

Moderation: Prof. Dr. Hubertus Büschel (Universität Kassel), Dr. Ann Katrin Düben (Gedenkstätte Breitenau)

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Breitenau in Kooperation mit

Vergangene Veranstaltungen

Von Nordhessen nach Ravensbrück: Die Verfolgungswege der Christinnen Tona Baur und Katharina Staritz

Themenführung

Freitag. 06.05.2022, 14:00 Uhr

In Kooperation mit dem Archiv der Deutschen Frauenbewegung möchten wir einen Blick auf die Verfolgungswege der christlichen Frauen Tona Baur und Katharina Staritz werfen. Im Rahmen der Führung über das historische Gelände des „Arbeitserziehungslagers“ Breitenau werden Verbindungslinien von Nordhessen nach Ravensbrück nachgezeichnet. Beide Frauen widersetzten sich aufgrund ihrer christlichen Überzeugung der nationalsozialistischen Ideologie und gerieten deshalb bald ins Visier der Gestapo.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Wanderausstellung „Christliche Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück" statt, die vom 2. bis 31. Mai 2022 im Haus der Kirche in Kassel zu sehen ist.

Wanderausstellung #Stolen Memory

24.2.–16.3.2022, täglich von 10:00–16:00 Uhr sowie nach Absprache

Platz vor dem Bürgersaal, Dörnhagener Str. 30, 34302 Guxhagen

Die Arolsen Archives eröffnen am 25. Februar 2022 in Guxhagen die Open-Air Wanderausstellung #StolenMemory. Im Mittelpunkt stehen der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie es heute noch gelingt, diese sogenannten Effekten an Familien der Opfer zurückzugeben.

Zu sehen ist die Ausstellung in einem aufklappbaren Übersee-Container vor dem Bürgersaal in Guxhagen. 

„Effekten“ sind persönliche Gegenstände, die Häftlinge bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen wurden. Oft waren es Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Fotos. #StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives zur Rückgabe dieser persönlichen Gegenstände an die Angehörigen. Über 550 Familien konnten seit dem Start der Kampagne 2016 bereits gefunden werden. Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten. 

Das Ziel der Ausstellung: Aufmerksamkeit und Unterstützung

Unter der Überschrift „Gefunden“ lenkt die Ausstellung den Blick auf persönliche Gegen­stände, die bereits zurückgegeben werden konnten. Sie berichtet vom Verfolgungsweg der einstigen Besitzer*innen und den Rückgaben an die ihre Familien heute. Mit dem Smartphone können die Besucher*innen über eine App Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.

Unter der Überschrift „Gesucht“ werden „Effekten“ gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Eine wichtige Botschaft ist deshalb auch: Jede*r kann die Arolsen Archives bei der Rückgabe der Effekten unterstützen und sich selbst auf Spurensuche nach den Ver­folgten und deren Familien begeben. Denn noch immer bewahrt das Archiv gestohlene Erinnerungsstücke von knapp 2.500 Personen aus ganz Europa auf.

Ausstellung findet ihre Fortsetzung in Guxhagen

„Es ist wichtig, dass die Wanderausstellung #Stolen Memory in Guxhagen gezeigt wird. In Guxhagen befand sich das Konzentrationslager Breitenau und später das Arbeits-erziehungslager (AEL) Breitenau, das u.a. als KZ-Sammellager diente. Die Erinnerung an die Verfolgten wachzuhalten, heißt daher für uns als Gemeinde, sich der historischen Verantwortung bewusst zu sein“, sagt Susanne Schneider, Bürgermeisterin der Gemeinde Guxhagen. 

Ausstellung und Website

Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Webstories erzählen von individuellen Schick­salen. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet.  Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungs­einrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann.

Eine Kooperationsveranstaltung der Arolsen Archives mit: Gemeinde Guxhagen, Gedenkstätte Breitenau, IGS Guxhagen und Kirchengemeinde Guxhagen

Tonspuren. Audiowalk

Do 27.1.2022, 15:00 Uhr

Ort: Gedenkstätte Breitenau

Schülerinnen und Schüler der 10b am Friedrichsgymnasium Kassel in Kooperation mit der Gedenkstätte Breitenau haben sich im Rahmen eines fachübergreifenden Projektes mit den Biographien jüdischer und religiös Verfolgter intensiv auseinandergesetzt und einen Audiowalk für Jugendliche entwickelt. Der Audiorundgang mit dem Titel „Tonspuren“ führt zu unterschiedlichen Stationen, die mit den Biographien der Verfolgten verbunden sind. Die Route verbindet Personen mit den Erinnerungsorten, z.B.  den Stolperstein für Kurt Finkenstein und der Gedenktafel zu Lili Jahn in der Kasseler Innenstadt sowie den Wehlheider Friedhof mit dem ehemaligen frühen KZ und Arbeitserziehungslager Breitenau, in dem alle ausgewählten Personen zeitweise inhaftiert waren. Die Schülerinnen und Schüler haben sich im Rahmen des erneuerten pädagogischen Angebots der Gedenkstätte mit den Biographien von Kurt Finkenstein, Ludwig Pappenheim, Katharina Staritz, Wolfgang Schönfeld , Lili Jahn und Konrad Trageser auseinandergesetzt.

Die kleinen Audiobiographien sind über QR Codes an den Orten mit mobilen Endgeräten (Handys, Tablets) abrufbar und bieten sozusagen „Geschichte auf dem Weg“.

Der Audiowalk wird erstmals anlässlich des Holocaustgedenktages am 27.01.2022 zu begehen und zu hören sein und coronabedingt in kleinem Rahmen durchgeführt. Es ist geplant diesen Audioguide über den neuen QR- Code Rundgang auf dem Gelände der Gedenkstätte öffentlich zugänglich zu machen. Dies entspricht dem überarbeiteten pädagogischen Konzept der Gedenkstätte, als historischer Lernort noch stärker der Öffentlichkeit wahrnehmbar zu sein und partizipative, digitale und zukunftsorientierte Ansätze der Erinnerungskultur umzusetzen.

CREATAFERA 23Languages

Konzert, Videokunst und Lesung gegen das Vergessen. Erinnerung an Theodor Schön

Fr 28.01.2022, 16:00 Uhr

Gedenkstätte Breitenau

Konzeptidee, Kompositionen und Violoncello: Regine Brunke                                                            

Video: Ulf Staeger

Lyrik und Performance: Steffen Moddrow,                                                                                    

Gesang: Jochen Faulhammer, Sprecher: Michael Kaiser

Sampling und Pianoeinspielung: Till Mertens

23Languages ist eine Komposition, ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Kunst und Literatur zur wichtigen demokratischen Erinnerungskultur Deutschlands bzw. Europas. Die Produktion wird mit dem Team CREATAFERA in den nächsten Jahren in verschiedene Live-Formate umgesetzt.

Das Programm am 28.1.2022 in der Gedenkstätte Breitenau umfasst zwei Teile: Im ersten Teil wird die im Original erhaltene Akte des aus Fritzlar-Oberurff stammenden Theodor Schön, der 1941 nach Breitenau deportiert wurde, vorgelesen und durch Live-Kompositionen für Violoncello, Stein-Performance und Bariton ergänzt. Den zweiten Teil bildet ein avantgardistisches Musik-Video. Das Videomaterial wurde 2020 vor Ort im Zellentrakt der Gedenkstätte Breitenau aufgenommen.

Während der Veranstaltung gilt die 2G+ Regel und zusätzlich die Maskenpflicht im Raum. Der Eintritt ist frei, Eintrittsspende wird erbeten. Der Einlass erfolgt direkt ab 15 min. vor Beginn, ca. 15 Plätze können vergeben werden. Vor der Veranstaltung wird eine Kurzführung mit Besichtigung des Zellentraktes angeboten. Beginn: 15 Uhr , 6 Personen können an der Führung teilnehmen.

Es ist eine Voranmeldung erforderlich:  info@gedenkstaette-breitenau.de / 05665 3533

Die Produktion wurde gefördert durch das Ensemblestipendium FEB 2021 des: