Bildungsangebot  

Veranstaltungen

Gesamtübersicht aktueller Veranstaltungen:

Vergessene Orte in Kassel: NS-Lager an der Wartekuppe

 

Exkursion mit Carsten Huhn

Montag, 18.05.2026, 18.00 Uhr

Ort: Kassel-Niederzwehren, Grillplatz, Wartekuppe 27

Die Lagergeschichte des Nationalsozialismus hat auch in Kassel an verschiedenen Stellen Spuren hinterlassen. Durch die jahrelange Überformung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind diese an manchen Stellen jedoch nur noch schwer zu erkennen. Der Referent Carsten Huhn präsentiert auf einem Rundgang durch den Kasseler Stadtteil Niederzwehren seine Erkenntnisse zu den ehemaligen Lagern an der Wartekuppe. In den Jahren zwischen 1937 und 1944 waren hier Sinti und Roma, Kriegsgefangene und Menschen, die Zwangsarbeit leisten mussten, interniert gewesen. Die Veranstaltung findet draußen statt - bitte achten Sie auf angemessenes Schuhwerk und dem Wetter angemessene Kleidung!

Die Teilnahme ist gebührenfrei.

HOLOFICTION

 

Filmvorführung und Gespräch mit Michal Kosakowski

Donnerstag, 21.05.2026, 17.00 Uhr

Ort: BALI Kino im KulturBahnhof, Rainer-Dierichs-Platz 1, 34117 Kassel

Der Experimentalfilm Holofiction thematisiert die Darstellung des Holocaust in Spielfilmen und Fernsehserien, zeigt ständig wiederkehrende, inzwischen teils ikonische Bilder und Motive – und stellt Fragen nach visuellem Gedächtnis und Formen des Erinnerns.

Im Anschluss: Filmgespräch mit Regisseur Michal Kosakowski

Eintritt: 8 Euro

In Kooperation mit: Gedenkort Königstor, Gedenkstätte Breitenau, Universität Kassel, HLZ

„Ohne Retour“ Stadtteilrundgänge zu NS-Zwangsarbeit

 

Ohne Retoure ging die Fahrt nach Kassel für den Niederländer Cornelis van den Nieuwendijk, als er 1941 vom Arbeitsamt in Rotterdam auf „Arbeitseinsatz“ in das Deutsche Reich geschickt wurde. „Ab nach Kassel – ohne retour“ lautete auch der Titel seines Erinnerungsberichts, der namensgebend ist für die Stadtteilrundgänge zum Thema NS-Zwangsarbeit. An Orten von NS-Zwangsarbeit in Kassel geht es dabei um beteiligte Firmen, Alltag und Lebensbedingungen ausländischer Zwangsarbeiter:innen, „Arbeitserziehungslager“ als Disziplinierungsmittel und Aspekte der Nachgeschichte wie die Aufarbeitung dieses Verbrechenskomplexes und Entschädigungen.

Stadtteilrundgang zu NS-Zwangsarbeit in Kassel-Bettenhausen

Samstag, 23.05.2026, 14.00 Uhr

Treffpunkt ist vor dem Hallenbad-Ost, Leipziger Str. 99. Der Endpunkt ist am Friedhof Bettenhausen. 

Der Rundgang wird circa zwei Stunden dauern. 

In Bettenhausen verbinden sich Dorf- und Industriegeschichte. Hier lässt sich NS-Zwangsarbeit als Alltags- und Massenverbrechen nachvollziehen. Der Rundgang bietet einen Überblick über das Massenverbrechen NS-Zwangsarbeit mit Beispielen aus Bettenhäuser Firmen, thematisiert Einzelschicksale und zeigt, wo heute noch Spuren von Zwangsarbeit in Bettenhausen sichtbar sind.

Anmeldung erwünscht, Kurzentschlossene willkommen!

info[at]gedenkstaette-breitenau[dot]de, Tel. 05665 3533

Ab 14 Jahren, uneingeschränkt zugänglich. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

 

 

„Ein jüdischer Wertekonflikt 1948: Zwischen nationaler Territorialität und internationalem Rechtsschutz"

 

Rosenzweig-Gastprofessur Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Dan Diner

Mittwoch, 27.05.2026, 18.00 Uhr

Ort: Gießhaus, Universität Kassel, 34127 Kassel 

Die Universität Kassel hat den Historiker Prof. Dr. Dan Diner auf die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur für das Sommersemester 2026 berufen. Diner zählt zu den profiliertesten Zeithistorikern. Seine öffentliche Antrittsvorlesung zum Thema „Ein jüdischer Wertekonflikt 1948: Zwischen nationaler Territorialität und internationalem Rechtsschutz“ hält Diner am 27. Mai um 18 Uhr im Gießhaus der Universität Kassel. Im Rahmen der Rosenzweig-Gastprofessur wird Diner die Bedeutung der jüdischen Erfahrungsgeschichte für allgemeinhistorische Fragestellungen exemplarisch aufzeigen, um die Geschichte der Juden als Seismographen der Moderne zu qualifizieren. Zudem wird er an der Universität Kassel Seminare zu Themen wie „Schütterzonen: Imperien in Nationalstaaten – Vom östlichen Europa nach Westasien“ und „Zwei Prozesse (1921/1927): Zur Frühgeschichte der UN-Genozid-Konvention 1948“ halten.

Die Teilnahme ist gebührenfrei.

Eine Veranstaltung der Universität Kassel

„Ohne Retour“ Stadtteilrundgänge zu NS-Zwangsarbeit

 

Ohne Retoure ging die Fahrt nach Kassel für den Niederländer Cornelis van den Nieuwendijk, als er 1941 vom Arbeitsamt in Rotterdam auf „Arbeitseinsatz“ in das Deutsche Reich geschickt wurde. „Ab nach Kassel – ohne retour“ lautete auch der Titel seines Erinnerungsberichts, der namensgebend ist für die Stadtteilrundgänge zum Thema NS-Zwangsarbeit. An Orten von NS-Zwangsarbeit in Kassel geht es dabei um beteiligte Firmen, Alltag und Lebensbedingungen ausländischer Zwangsarbeiter:innen, „Arbeitserziehungslager“ als Disziplinierungsmittel und Aspekte der Nachgeschichte wie die Aufarbeitung dieses Verbrechenskomplexes und Entschädigungen.

Stadtteilrundgang zu NS-Zwangsarbeit in Kassel-Mitte

Samstag, 06.06.2026, 14.00 Uhr

Treffpunkt ist am Himmelsstürmer vor dem Hauptbahnhof Kassel. Der Endpunkt ist in der Wilhelmshöher Allee 7.

Der Rundgang wird circa zwei Stunden dauern. 

Der Rundgang in Kassel-Mitte hat einen Fokus auf (Mit-)Täterschaft und die Organisation der Zwangsarbeit. Einrichtungen, die hier näher betrachtet werden, sind das ehemalige Arbeitsamt, das Ernährungsamt und das Polizeipräsidium am Königstor. 

Anmeldung erwünscht, Kurzentschlossene willkommen!

info[at]gedenkstaette-breitenau[dot]de, Tel. 05665 3533

Ab 14 Jahren, uneingeschränkt zugänglich. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

 

 

„Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus"

 

Buchvorstellung und Gespräch mit: Dr. Ann Katrin Düben, Miriam Hockmann, Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar, Joschua Woischnik, Moderation: Gerrit Bräutigam

Montag, 15.06.2026, 19.30 Uhr 

Ort: Hofbuchhandlung Vietor, Ständeplatz 17, 34117 Kassel

Die frühen Konzentrationslager waren das zentrale Terrorinstrument bei der Durchsetzung und Machtsicherung der NS-Herrschaft. Über 100 von ihnen entstanden ab 1933 im Deutschen Reich. Nun ist dazu der neue Sammelband „Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ erschienen. Das NS-Regime erprobte in den frühen Konzentrationslagern massenhafte Inhaftierungen und verschiedene Anwendungen von Gewalt. Manche Lager wurden nach wenigen Wochen wieder aufgelöst, andere bestanden über Jahre und bildeten die Basis für das spätere KZ-System der SS. Nicht wenige SS-Männer begannen ihren Dienst in den frühen Konzentrationslagern und setzten ihn später in den Stamm- und Außenlagerkomplexen sowie den Vernichtungslagern des Zweiten Weltkriegs fort. Für viele Häftlinge war die Haft in den frühen Lagern der Beginn jahrelanger Verfolgung. Dennoch wird die Bedeutung der frühen Konzentrationslager zu wenig wahrgenommen. 

Das Konzentrationslager Breitenau in Guxhagen vor den Toren Kassels wurde am 15. Juni 1933 im gleichnamigen Arbeitshaus, in einem ehemaligen Benediktinerkloster eröffnet. Bis zu seiner Auflösung im März 1934 war Breitenau die zentrale NS-Haftstätte im Regierungsbezirk Kassel. Insgesamt waren hier 470 Männer inhaftiert, die überwiegend der Arbeiterbewegung angehörten. Für ihre Bewachung waren zunächst SA-Männer, dann Mitglieder der SS zuständig. Sie gehörten dem „Sondersturm Renthof“ an unter Leitung von Karl Otto Koch, dem später berüchtigten Lagerkommandanten des KZ Buchenwald.

Anmeldung unter: info[at]hofbuchhandlung-vietor[dot]de oder 0561 13085 

Eintritt: 4 Euro

In Kooperation mit: Hofbuchhandlung Vietor, Gedenkstätte Breitenau, Evangelisches Forum Kassel, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, vhs Region Kassel 

„Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“, hg. von Sebastian Weitkamp, Christoph Thonfeld, Agnes Ohm und Nicola Wenge, Wallstein Verlag Göttingen 2026, Schriftenreihe der Gedenkstätte Esterwegen Band 6.

 

„Das letzte Ghetto. Eine Alltagsgeschichte von Theresienstadt"

 

Buchvorstellung und Gespräch mit Dr. Anna Hájková

Mittwoch, 24.06.2026, 19.00 Uhr

Ort: Stadtbibliothek Kassel, Obere Königsstr. 3, 34117 Kassel 

Während des Holocaust bildete sich in der Häftlingsgesellschaft von Theresienstadt eine eigene soziale Hierarchie heraus. Dabei entschieden kleine Unterschiede zwischen den Häftlingen – ihr Alter, ihre Herkunft oder ihre frühere Arbeit – über Leben und Tod. In den dreieinhalb Jahren des Bestehens des Lagers schufen die Häftlinge ihre eigene Kultur und ihre eigenen Gewohnheiten, schlossen sich zusammen, verliebten sich und gründeten neue Familien. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen legt die Historikerin Anna Hájková erstmals eine analytische, transnationale Kultur-, Sozial-, Geschlechter- und Organisationsgeschichte Theresienstadts vor und bietet damit neue Einsichten in die Geschichte des Holocaust. Das Buch erscheint im transcript Verlag Mai 2026.

Die Teilnahme ist gebührenfrei. Um Spenden wird gebeten.

In Kooperation mit: Bildungsforum St. Michael, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Friedrichsgymnasium, Gedenkstätte Breitenau, Geschichtsverein Kassel (VHG), Judaica in Meimbressen e.V., Sara Nussbaum Zentrum, Stadtbibliothek Kassel, VHS Region Kassel.

trotzdem da!

 

Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen

Wanderausstellung vom 19.08.–27.09.2026

Ort: Gedenkstätte Breitenau

Während der Zeit des Nationalsozialismus waren freundschaftliche und intime Kontakte zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen unerwünscht. Zum Teil waren sie streng verboten. Doch sie sind »trotzdem da«: Kinder, die aus solchen Beziehungen hervorgegangen sind. Ihre Geschichten wurden lange tabuisiert. Sie sind wissenschaftlich wenig erforscht und in der Erinnerungskultur kaum präsent. Die im Dezember 2024 eröffnete Wanderausstellung ist ihren Lebensgeschichten gewidmet und wird vom 19.8.–27.9.2026 in der Gedenkstätte Breitenau zu sehen sein.