Bildung  

Veranstaltungen

Was muss ein Ort erzählen? Perspektiven und Herausforderungen der aktuellen Gedenkstättenpädagogik

VERSCHOBEN! Podiumsgespräch

Mi 01.12.2021, 18:00 Uhr

AStA Kassel, Universitätsplatz 10, 34127 Kassel

Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens kann die Veranstaltung nicht wie geplant am 1.12. stattfinden. Wir informieren Sie an dieser Stelle über den neuen Termin. 

Die Gedenkstättenpädagogik blickt auf eine rund vierzigjährige Geschichte zurück. Zeit für eine Bestandsaufnahme und ein Resümee: Was macht die pädagogische Arbeit am historischen Ort aus und wie verändert sie sich aktuell angesichts des zeitlichen Abstands zum Nationalsozialismus, der Digitalisierung und zunehmender Angriffe von rechts auf die Erinnerungskultur? Wie sieht eine zeitgemäße Gedenkstättenpädagogik aus und in welchem Verhältnis steht sie zur historisch-politischen und politischen Bildung? Unter der Leitfrage, „was muss ein Ort erzählen?“ diskutieren:

Prof. Dr. Alfons Kenkmann: Impulssetzung

Dr. Verena Haug (Anne Frank Zentrum), Dr. Akim Jah (Arolsen Archives), Ann-Kathrin Mogge (#Hatebreach, Die Kopiloten)

Moderation: Prof. Dr. Hubertus Büschel (Universität Kassel), Dr. des. Ann Katrin Düben (Gedenkstätte Breitenau)

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Breitenau in Kooperation mit

GEDENKVERANSTALTUNG ANLÄSSLICH DES JAHRESTAGES DER NOVEMBERPROGROME

Gedenkveranstaltung

Mi 10.11.2021, 19:00 Uhr

Ort: Ehemalige Synagoge Guxhagen, Untergasse 9 

Die Gemeinde Guxhagen und die Gedenkstätte Breitenau laden anlässlich des 83. Jahrestages der Novemberpogrome von 1938 zu einer Gedenkveranstaltungen am 10. November in Guxhagen ein. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 in der ehemaligen Synagoge in der Untergasse 9 in Guxhagen.

Wir gedenken der Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Guxhagen, die am Abend des 8. Novembers 1938 Opfer der Pogrome wurden. In Erinnerung an die verfolgten Jüdinnen und Juden richten die Bürgermeisterin Susanne Schneider, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Guxhagen Hans-Georg Albert, die Leiterin der Gedenkstätte Breitenau Ann Katrin Düben sowie der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Uwe Krause das Wort an die Besucher:innen der Veranstaltung.Tabea Henkelmann, Gesang, und Frank Sommerfeld, Gitarre, gestalten das musikalische Rahmenprogramm in diesem Jahr unter dem Thema „Leonard Cohen – Musiker und Poet“.

Für den Besuch der Veranstaltung gilt die 2-G Regel.

 

VERDRÄNGEN - ERINNERN - ANERKENNEN. DIE DEUTSCHEN KRIEGSVERBRECHEN IN ITALIEN 1944 UND DAS VERHÄLTNIS BEIDER STAATEN

Vortrag

Mo. 30.8. / 17:00 - 20:00 Uhr

17.00 Uhr
Führung: Monte Sole-Arbeiten des Künstlers Johann Rosenboom

18.00 Uhr
Michael Roth:  Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt
Verdrängen - Erinnern - Anerkennen. Die deutschen Kriegsverbrechen in Italien 1944  und das Verhältnis beider Staaten
Matilde Grünhage-Monetti: Zeitzeugin
Wir die Kinder von 44
Clelia Caruso: LbA an der Universität Kassel für Geschichte Westeuropas 18.-20. Jh.  Historische Einordung und Kommentar
Moderation: Kai Ruffing  Professor für Alte Geschichte an der Universität Kassel

Eine Veranstaltung des Vereins „Präsentation zeitgenössischer Kunst e. V.“

In Kooperation mit:

Deutsch-Italienische Gesellschaft, Evangelisches Forum Kassel, Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V., Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Volkshochschule Region Kassel, Italicum der Universität Kassel, Gedenkstätte Breitenau

Kassel

Documenta-Halle, Friedrichsplatz 18 

Keine Anmeldung über die Gedenkstätte

Zeitzeugengespräch mit Zvi Cohen

12.08.2021, 16:30 Uhr

Im Rahmen des politischen Festivals "Nach dem Rechten Sehen" und in Kooperation mit der Gedenkstätte Breitenau spricht Zvi Cohen, der den Holocaust überlebte, mit Jörg Huber. Moderiert wird das Gespräch von Dr. Johannes Hocks, pädagogischer Mitarbeiter der Gedenkstätte Breitenau.

Zvi Cohen kam 1931 als Horst Cohn in Berlin auf die Welt. Eingeschult wurde er 1937 in der jüdischen Schule Choriner Straße. Im Mai 1943 wurde Zvi Cohen mit seinen Eltern in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Bei der dort aufgeführten Kinderoper Brundibár des tschechischen Komponisten Hans Krása wirkte er einige Male auf seiner Mundharmonika mit. Im Februar 1945 zählten Zvi und seine Eltern zu den 1.200 jüdischen Menschen, die freigekauft wurden und mit einem Zug von Theresienstadt in die Schweiz kamen. Nach der Befreiung wanderte die Familie Cohn in das damalige Palästina aus. Sie ließen sich im Kibbutz Ma‘abarot nieder, wo Zvi Cohen bis heute lebt. In seiner Autobiografie “Der Junge mit der Mundharmonika” erzählt er seine Geschichte.

Die Einwahldaten werden zeitnah an dieser Stelle bekannt gegeben. 

 

Jüdisches Leben in Felsberg – Szenische Lesung

01.07.2021, 19 Uhr

Ort: Gedenkstätte Breitenau (Außenbereich), Brückenstraße 12, Guxhagen

Dr. Dieter Vaupel liest zusammen mit Alida Scheibli aus seinem neuen Buch "Etwas Schaden ist wohl bei den meisten Juden eingetreten", das 2020 im Schüren Verlag erschienen ist.

Aus der Verlagsankündigung

"Die Studie spannt den Bogen von den ersten auffindbaren Spuren jüdischen Lebens in der nordhessischen Kleinstadt Felsberg bis zum Wiederentstehen einer jüdischen Gemeinde Anfang des 21. Jahrhunderts. Sie zeigt wie die Judenemanzipation im 19. Jahrhundert zunächst zu einem Aufblühen jüdischen Lebens, dem Bau einer Synagoge, der Gründung einer Schule und einer wachsenden Gemeinde führte, die 20 Prozent der Stadtbevölkerung ausmachte. Das gemeinsame Wohnen in enger Nachbarschaft, die wechselseitigen gesellschaftlichen und geschäftlichen Beziehungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Bürgern führten zu einer weitgehenden, wenn auch nicht immer spannungsfreien, Integration."

https://www.mediathek-hessen.de/medienview_22551_Dieter-Vaupel-OK-Kassel-J%C3%BCdisches-Leben-in-Felsberg.html

Wichtige Hinweise

Die Veranstaltung soll unter freiem Himmel stattfinden unter Einhaltung der Hygieneregeln. Bitte bringen Sie einen negativen Coronatest bzw. einen Impfnachweis (vollständig) mit. Außerdem gilt während der gesamten Veranstaltung die Maskenpflicht.

Bei Regen wird die Veranstaltung in die Innenräume der Gedenkstätte verlegt. Unter Einhaltung der Abstandsregeln wird dabei die Anzahl der Teilnehmenden auf maximal 25 Personen beschränkt werden müssen. 

Eine Anmeldung ist dringend erforderlich: info[at]gedenkstaette-breitenau[dot]de oder 05665 3533

Grenzgängerinnen: Lisa Fittko, Lilli Jahn, Sara Nussbaum

26.-30.7.2021

Workshop für Jugendliche und junge Erwachsene in Kooperation mit dem Sara Nussbaum Zentrum 

Anmeldung unter: info@gedenkstaette-breitenau.de

Was? Input, Videoproduktion mit dem Smartphone, Social Media Veröffentlichung

Wo? Sara Nussbaum Zentrum Kassel

Was erwartet dich? Am ersten Tag wirst du von Elena Padva, Leiterin des Sara Nussbaum Zentrums Kassel, mehr über Geschichte und Gegenwart der jüdischen Gemeinde in Kassel erfahren: Ihr werdet die Dauerausstellung im Sara Nussbaum Zentrum besuchen und einen Stadtrundgang machen. Ab dem zweiten Tag beginnt eure Projektarbeit. Ausgehend von verschiedenen Impulsen – Fotos, Textfragmente, Videos, Musik – nähert ihr euch den drei titelgebenden Frauen und erstellt unter Begleitung des Kunstpädagogen Johannes Apelt ein Konzept für eure Inhalte: Wollt ihr Clips drehen oder zusammenschneiden rund um das Thema jüdisch-weibliche Selbstbehauptung, ein fiktives Interview mit Lilli Jahn führen oder aber einen Kurzvortrag halten? Das Format steht euch frei, einzige Bedingung ist, dass das Ergebnis eurer Auseinandersetzung in den Social Media zum Workshopende veröffentlicht werden kann.

Warum mitmachen? Du bist Teil einer bundesweiten Initiative, die jüdisches Leben gestern und heute sichtbar macht. Mit deinem Projekt trägst du dazu bei, jüdische Frauen als aktiv Handelnde zu zeigen: Sara Nussbaum, Lilli Jahn und Lisa Fittko sind für uns Vorbilder, Frauen mit Mut und Eigensinn, die sich auf ganz unterschiedliche Weise der nationalsozialistischen Verfolgung widersetzt haben und deren Handeln bis heute inspiriert. In der Social-Media-Kampagne „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ erzielen deine Clips eine hohe Reichweite. Du unterstützt damit die Aktion und setzt mit deinem Engagement ein deutliches Zeichen gegen jeden Antisemitismus.

Leitung: Ann Katrin Düben u. Elena Padva

Digitales Gedenken an die Opfer des Endphaseverbrechens am Fuldaberg

30.3.2021

Vor 76 Jahren, in den frühen Morgenstunden des 30. März 1945 wurden am Fuldaberg 28 Schutzhaftgefangene von der Gestapo erschossen. Angesichts des Vormarsches der amerikanischen Truppen hatte die Gestapo zuvor damit begonnen, das Arbeitserziehungslager Breitenau aufzulösen. Sie teilte die Gefangenen in Kolonnen ein und schickte sie auf verschiedene Märsche. Darüber hinaus wurden Gefangene in einem Zug Richtung Konzentrationslager Buchenwald transportiert. Hier wurden am 30. März 157 ehemalige Gefangene von Breitenau registriert. Als sich nur noch wenige Schutzhaftgefangene in Breitenau befanden, fand das Endphaseverberechen statt. Am frühen Morgen des 30. März 1945 erschossen Gestapomitarbeiter und SS-Mitglieder 28 der verbliebenen Gefangenen des Arbeitserziehungslagers. Einen Tag darauf treffen amerikanische Soldaten in Breitenau ein und befreien die wenigen verbliebenen Schutzhaftgefangenen und Insassen und Insassinnen des Arbeitshauses.  

Um auch in Pandemiezeiten der Opfer zu gedenken, veranstaltete die Gedenkstätte Breitenau zusammen mit der politischen Gemeinde Guxhagen und der evangelischen Kirchengemeinde eine digitale Gedenkfeier, die am 30. März  in den Sozialen Medien veröffentlicht wurde. Nach einer Einführung durch Ann Katrin Düben, Leiterin der Gedenkstätte Breitenau, erinnerte Edgar Slawik, Bürgermeister von Guxhagen, in seiner Rede an die Opfer und zeichnete den Weg des öffentlichen Erinnerns an das Verbrechen nach. Er legte im Namen der Gemeinde Guxhagen einen Trauerkranz ab. Hierauf ist zu lesen: „Geopferte mahnen euch Menschen, lasst nicht ab vom Streben nach Freiheit, Frieden und Recht“. In diesem Sinne mahnte Edgar Slawik, dass „heute teils Umtriebe zu beobachten sind, die an die damalige Zeit erinnern“. Auch daher sei es wichtig, der Menschen zu gedenken, die vor 76 Jahren auf so brutale Weise ermordet wurden. Für jedes der Opfer legte er zum Abschluss eine Blume am Denkmal nieder.

Die vergessenen Lager: Lichtenburg und Sachsenburg in den Erinnerungskulturen

25.3.2021

Online-Vortrag und Gespräch mit Anna Schüller (Geschichtswerkstatt Sachsenburg e.V.) und Melanie Engler (Leiterin der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin), Moderation: Ann Katrin Düben (Leiterin Gedenkstätte Breitenau)

Die Konzentrationslager Sachsenburg und Lichtenburg wurden 1933, wenige Monate nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten eingerichtet. Beiden Orten war eine bereits vorhandene Infrastruktur des Einsperrens gemein: Das Zuchthaus im historischen Renaissanceschloss Lichtenburg und die Korrektionsanstalt Sachsenburg unterhalb des gleichnamigen spätgotischen Schlosses. Heute ist die historische Bedeutung der Konzentrationslager Sachsenburg und Lichtenburg bekannt. Erinnerungskulturell nahmen sie jedoch lange eine Randposition ein. Zunächst im Schatten der großen Nationalen Mahn- und Gedenkstätten der DDR drohte die Erinnerung an diese Lager in den 1990er und 2000er Jahren durch Umnutzungspläne gänzlich verloren zu gehen. Erst dank politischer und zivilgesellschaftlicher Interventionen gelangten die „vergessenen Lager“ in den letzten Jahren zunehmend ins öffentliche Bewusstsein zurück.

Die Historikerin und Geschichtslehrerin Anna Schüller wird in ihrem Impulsvortrag auf die Verflechtung des Lagers Sachsenburg mit der lokalen Umgebung eingehen. Zusammen mit Melanie Engler, Leiterin der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin, erörtert sie im Anschluss, wie sich die Erinnerungskultur an Orten „früher“ Konzentrationslager in der DDR entwickelt und seit 1990 verändert hat: Welche Probleme haben Gedenkstätten an mehrschichtigen historischen Orten, die durch eine besondere Vielfalt von Akteur:innen und Perspektiven gekennzeichnet sind? Und kann es eine Chance sein, wenn erinnerungskulturelle Aushandlungsprozesse im Vergleich zu anderen Orten „verspätetet“ einsetzen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung, die am 25.3., ab 19 Uhr stattfindet.