Bildung  

Veranstaltungen

Auftakt des Terrors. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus

Eine Ausstellung der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft ‚Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager‘

28.2.-31.08.2023

GEDENKSTÄTTE BREITENAU, Guxhagen

Im Jahr 2019 hat sich die Gedenkstätte Breitenau mit 15 weiteren Einrichtungen der historisch-politischen Bildungsarbeit aus ganz Deutschland in der Arbeitsgemeinschaft „Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager“ zusammen­geschlossen. Gemeinsam wurde eine Ausstellung erarbeitet, in der die heute weithin unbekannte Geschichte der frühen Konzentrationslager erstmals für ein breiteres Publikum aufbereitet ist.

Unter dem Titel „Auftakt des Terrors“ beleuchtet die Ausstellung an elf Stationen Rolle und Funk­tion der frühen Lager im nationalsozialistischen Herrschaftssystem. Anhand exemplari­scher Einzelschicksale führt sie die brachiale Gewalt vor Augen, die schon die Früh­phase der NS-Diktatur kennzeichnete. Mit der „Reichstagsbrandverordnung“ vom 28. Februar 1933 schufen die Nationalsozialisten die Legitimationsgrundlage für Willkür und Gewalt, die in der Errich­­­tung der frühen Konzentrationslager Niederschlag fand. Am 28. Februar 2023 – dem 90. Jahres­tag dieses Epochenereignisses – wird die Ausstellung an sieben Orten im gesamten Bundesgebiet gleichzeitig eröffnet. Als Schirmherrin des Projekts firmiert Staatsmini­sterin Claudia Roth.

Die Ausstellung wird am 28.02.2023 um 18:00 Uhr vor Ort eröffnet. Nach der Begrüßung durch die Gedenkstättenleiterin Dr. Ann Katrin Düben werden Grußworte sprechen: Regierungspräsident Mark Weinmeister, Landrat Winfried Becker, Erster Beigeordneter LWV Dr. Andreas Jürgens und Bürgermeisterin Susanne Schneider.

 

39. Kasseler Dokfest Fritz Bauers Erbe

Gerechtigkeit verjährt nicht

So 20.11.2022, 17:00 Uhr

FILMLADEN, Goethestraße 31, 34119 Kassel

Fritz Bauers Erben - Gerechtigkeit verjährt nicht

Sabine Lamby, Cornelia Partmann, Isabel Gathof DE 2021 / 98 Min.

Mehr als ein halbes Jahrhundert brauchte die deutsche Justiz, um Naziverbrechen aufzuarbeiten. Mit dem Frankfurter Auschwitz-Prozess legte Generalstaatsanwalt Fritz Bauer 1963 den Grundstein, um „kleine Rädchen“ in der Maschinerie des industrialisierten Massenmords der NS-Zeit strafrechtlich zu verfolgen. Und doch waren entsprechende Prozesse oder gar Verurteilungen über Jahrzehnte fast nicht möglich. Der Film sucht Antworten auf die Fragen, warum heute greise Angeklagte vor Jugendgerichten stehen und warum es so lange gedauert hat, bis Gerechtigkeit in deutschen Gerichten Einzug hielt.

Trailer: https://youtu.be/6MVxaebdnLA

In Kooperation: Filmladen Kassel e.V. und Gedenkstätte Breitenau

Gedenkveranstaltung für die Opfer der Novemberpogrome

Am 9. November findet das Gedenken an die jüdischen Verfolgten aus Guxhagen und Umgebung statt. Gestaltet wird der Abend unter anderem von der 6d der IGS Guxhagen. Die Schüler:innen haben sich im Vorfeld mit den Schicksalen jüdischer Familien beschäftig und Steine gestaltet, mit denen der verfolgten Menschen gedacht werden soll. Angelehnt an den jüdischen Brauch sollen die Steine bei der Gedenkveranstaltung an der ehemaligen Synagoge abgelegt werden.

Ort der Veranstaltung: ehemalige Synagoge Guxhagen, Untergasse 9 

Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr.

Theobald Fenner und das Pogrom von 1935 in Spangenberg

Szenische Lesung mit Dr. Dieter Vaupel und Alida Scheibli 

Mi 13.07.2022, 18:00 Uhr

Gedenkstätte Breitenau, Brückenstraße 12, Guxhagen

In einer szenischen Lesung mit musikalischer Begleitung stellt der Gudensberger Buchautor Dr. Dieter Vaupel gemeinsam mit Alida Scheibli sein 2021 im Schüren-Verlag Marburg erschienenes Buch Und wenn einer umfällt und nicht gleich wieder aufsteht, so kann uns das gleich sein. – Theobald Fenner und das Pogrom vom September 1935 in Spangenberg vor. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 13. Juli um 18.00 Uhr in der Gedenkstätte Breitenau/ Guxhagen statt.

Vaupel thematisiert anhand zuvor nicht ausgewerteter Archivalien vor allem des Marburger Staatsarchivs die Ereignisse in Spangenberg während der Zeit des Nationalsozialismus und stellt dabei die Rolle des fanatischen NSDAP-Ortsgruppenleiters und Bürgermeisters Theobald Fenner in den Mittelpunkt. Schon in den frühen 1920er Jahren trieben die Nationalsozialisten unter Fenners Führung ihr Unwesen in Spangenberg. Nach der Machtergreifung im Jahr 1933 machten sie nicht nur ihren politischen Gegnern das Leben schwer, sondern sorgten auch dafür, dass alle Juden zur Flucht aus der Stadt gezwungen wurden. Die Ereignisse gipfelten in einem Pogrom gegen die Juden im September 1935. Vaupel thematisiert auch die fehlende Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Spangenberg nach 1945. Theobald Fenner wurde für seine Taten nie wirklich zur Rechenschaft gezogen.

Das Buch: Dieter Vaupel: „Und wenn einer umfällt und nicht gleich wieder aufsteht, so kann uns das gleich sein“ Theobald Fenner und das Pogrom vom September 1935 in Spangenberg. 282 Seiten, zahlreiche Abbildungen. Schüren-Verlag Marburg. 1. Auflage 2021, 280 Seiten, 28,00 €.  ISBN 978-3-7410-0276-2