Veranstaltungen
Alexander Kranich Kollektiv: Tribute To Coco Schumann
Konzert zur Erinnerung an die Endphaseverbrechen 1945
Freitag, 27.03.2026, 18 Uhr
Ort: Remise im Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel
Vor 81 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. In dieser Zeit des Umbruchs wurden vielerorts unschuldige Menschen Opfer von Willkür, Rache und Gewalt. In der Region Kassel kam es Ende März 1945 zu Massenerschießungen. Hunderte Menschen wurden auf Todesmärsche getrieben oder in große Lager deportiert. Das Alexander Kranich Kollektiv erinnert an diese Zeit mit Stücken von Jazz-Legende und Holocaust-Überlebendem Coco Schumann. In den Vernichtungslagern Theresienstadt und Auschwitz spielte dieser unter anderem mit den ‚Ghetto-Swingers’ bei der Ankunft neuer Häftlinge.
Alexander Kranich spielt die Originalgitarre Coco Schumanns. Mit den rekonstruierten Originalkompositionen Schumanns und Auszügen aus dem überlieferten Repertoire der ‚Ghetto Swingers‘ wird die Lebensgeschichte eines großen jüdisch-deutschen Musikers erzählt.
Besetzung:
Alexander Kranich: Gitarre
Dirk Engelhardt: Saxophon
Axel Reichard: Klavier
Andreas Smyrek: Schlagzeug
Max Jalaly: Kontrabass
Eintritt frei, um Spenden zugunsten der Musiker wird gebeten!
Eine Veranstaltung der Stadt Kassel und der Gedenkstätte Breitenau in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Kassel und der VHS Region Kassel
Arbeitersport in Nordhessen
Vortrag von Dr. Dieter Vaupel Arbeiterradsport - auch der Langsamste kann Sieger sein mit einer Einführung von Christopher Vogel von Dynamo Windrad Freizeitsportclub Kassel e.V.
Donnerstag, 08.04.2026, 18:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte Breitenau
Der Kasseler Sportverein Dynamo Windrad hat eine Wanderausstellung zum Thema Arbeitersport konzipiert, die in der Gedenkstätte Breitenau ab dem 27. März zu sehen sein wird. Anlässlich der Ausstellung wird Dr. Dieter Vaupel zum Thema Arbeiterradsport referieren.
Bis 1933 gab es in Deutschland und Europa keine einheitliche Sportbewegung wie wir sie heute kennen. Vielmehr existierten verschiedene weltanschaulich und religiös ausgerichtete Sportverbände, die scharf voneinander abgegrenzt ihre eigenen nationalen und internationalen Wettbewerbe, Meisterschaften und Olympiaden austrugen. Auch in Kassel bestanden bis 1933 zahlreiche Arbeitersportvereine, bevor sie von den Nazis nach deren Machtergreifung zerschlagen und ihres Besitzes beraubt wurden. 1930 waren im Arbeitersportkartell Kassel, in dem die Arbeitersportvereine und andere Gruppen wie die Naturfreunde und die Arbeiterwohlfahrt zusammengeschlossen waren, in 270 Vereinen etwa 13.000 Mitglieder organisiert. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Arbeitersports (vor allem des Fußballs) vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945 in Deutschland und Kassel. Darin wird z.B. die Geschichte des Nordstadtvereins Eintracht Kassel erzählt, dem erfolgreichsten Fußball-Verein des Arbeitersports der 1920er Jahre. In Kassel fanden auch zwei Länderspiele mit jeweils über 10.000 Zuschauern auf der Hessenkampfbahn statt.
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Breitenau in Kooperation mit Dynamo Windrad Freizeitsportclub Kassel e.V.
Fotoausstellung: 40 Jahre Gedenkstätte Breitenau

Ort: Gedenkstätte Breitenau
Die Gedenkstätte Breitenau feierte 2024 ihr 40-jähriges Bestehen. Am historischen Ort erinnert sie an das Konzentrationslager und spätere „Arbeitserziehungslager“ (AEL) Breitenau. Eine erste Ausstellung zur Geschichte der Lager wurde im Jahr 1982 eingeweiht. Zwei Jahre später konnte die Gedenkstättenarbeit mit Personal und regelmäßigen Öffnungszeiten verstetigt werden. Damit ist Breitenau die älteste arbeitende KZ-Gedenkstätte in Hessen. Die Fotoausstellung "40 Jahre Gedenkstätte Breitenau" wirft einen Blick zurück auf die Anfänge der Gedenkstättenarbeit und dokumentiert ihren Wandel. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Gedenkstätte (Di-Fr/So) zu besuchen.
Die Ausstellung wurde gefördert von Demokratie leben! und Gewalt geht nicht
Vergangene Veranstaltungen:
Antisemitismus – Legitimationserzählungen der alten und neuen Rechten

Lesung und Gespräch zum Holocaust-Gedenktag mit Julian Timm
Dienstag, 27.01.2026, 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek Kassel, Zentralbibliothek, Obere Königsstraße 3−5, 34117 Kassel
Wenn es etwas gibt, das die diversen rechten Strömungen von der Mitte bis zum Rand der Gesellschaft vereint, dann ist es ein antisemitisches Weltbild. Dieses tritt heute meist verschlüsselt auf. Antisemitische Vorstellungen werden sprachlich codiert, als Gesellschafts- oder Kapitalismuskritik getarnt und mit neuen Begriffen versehen. So entstehen Erzählungen, die skandalisieren, emotionalisieren und immer wieder auch Vernichtungsphantasien transportieren.
An ihren Mustern lassen sich die historischen, eindeutig antisemitischen Wurzeln erkennen. Ob „Deep State“ in den USA, die „BRD-GmbH“ in Reichsbürgerkreisen oder der Genozid-Vorwurf gegen Israel – viele aktuelle Narrative knüpfen an alte Motive an, die aus einer unverhohlen antisemitischen Richtung kommen. Nach Auschwitz hat sich der Sprachgebrauch gewandelt, nicht aber der Inhalt. Was früher als "Jüdische Weltverschwörung" betitelt wurde, wird heute als „New World Order“ weitererzählt.
Julian Timm liest aus seiner Dissertation „Der erzählte Antisemitismus. Das Narrativ der ‚Jüdischen Weltverschwörung’ von seinen literarischen Ursprüngen bis heute“ (2023) und spricht über Kontinuitäten, Funktionen und Wirkmechanismen antisemitischer Erzählungen.
Teilnehmer:innen einer sich anschließenden Podiumsdiskussion sind Elena Padva (Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben Kassel), Sebastian Schackert (DGB Schwal-Eder, GEW-Mitglied und Lehrer) und Dr. Maike Bartsch (Gedenkstätte Breitenau).
Gemeinschaftsveranstaltung der Gedenkstätte Breitenau, des DGB Kreisverband Schwalm-Eder und des DGB Kassel. In Kooperation mit dem Sara Nussbaum Zentrum und der Stadtbibliothek Kassel.
REMEMBER ME
Holocaust-Gedenkkonzert
Sonntag, 25.01.2026, 17:00 Uhr
Ort: Karlskirche, Karlsplatz, 34117 Kassel
Milena Hoge (Harfe) | Marcia Lemke-Kern (Sopran) | Kerstin Petersen (Orgel)
Zwei Tage vor dem Holocaust-Gedenktag 2026 lädt das Evangelische Forum Kassel zu einem Gedenkkonzert mit der Sopranistin Marcia Lemke-Kern, der Harfenistin Milena Hoge und der Organistin Kerstin Petersen in die Kasseler Karlskirche ein.
Auf dem Programm stehen Werke von Komponistinnen und Komponisten, die vom Holocaust betroffen waren oder sich in ihrer Musik mit Erinnerung, Verlust und Hoffnung auseinandersetzen – darunter Carlo Sigmund Taube, James Simon, Eduard Birnbaum und weitere zeitgenössische Beiträge. In der berührenden Klangwelt von Sopran, Harfe und Orgel öffnet sich ein musikalischer Raum des Erinnerns und des Gedenkens.
Eine Veranstaltung des Evangelischen Forums Kassel in Kooperation mit der Gedenkstätte Breitenau, dem Sara Nussbaum Zentrum Kassel, dem Verein zur Rettung der Synagoge Felsberg e.V., der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel, der Judaica in Meimbressen, der vhs Volkshochschule Region Kassel, der Deutsch-Israelische Gesellschaft, der Katholische Kirche Kassel, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., dem Museum für Sepulkralkultur und Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
"N'Schwatz off d'r Bank"
Gottesdienst mit Gespräch
Sonntag, 25.01.2026, 10:45 Uhr
Ort: Winterkirche Guxhagen, Sellestraße 27, 34302 Guxhagen
Die Evangelische Kirchengemeinde Guxhagen startet Ende Januar eine neue Veranstaltungsreihe. Eingebettet in einen Gottesdienst der Begegnung, Offenheit und Vielfalt wird jedes Mal ein Gespräch.Heimlicher Star der Gesprächs- und Diskussionsreihe und immer dabei ist eine Bank des Holzkünstlers Rainer Schunder – in leuchtenden Regenbogenfarben, eigens für das Projekt gestaltet. An verschiedenen Sonntagen nehmen darauf Menschen aus der Gemeinde und Umgebung Platz: Menschen, die etwas bewegt haben, die sich engagieren, die Herausforderungen meistern oder einfach ihre ganz persönliche Geschichte teilen möchten. In einem Interviewgespräch während des Gottesdienstes erfahren wir, was sie inspiriert, stärkt und trägt. So entstehen lebendige Einblicke in das, was unser gemeinsames Leben so bunt und vielfältig macht.
Das neue Format möchte Menschen miteinander ins Gespräch bringen, den Austausch fördern und zeigen, wie wichtig Toleranz, Vielfalt und Menschlichkeit im christlichen Miteinander sind.
Kommen Sie vorbei, hören Sie zu, lassen Sie sich berühren und entdecken Sie, wie viel wir voneinander lernen können, wenn wir uns Zeit für ein Gespräch nehmen.
Der erste Gottesdienst findet statt am 25. Januar 2026 in der Winterkirche Guxhagen um 10.45 Uhr. Zu Gast beim ersten „Schwatz off d‘r Bank“ am 25. Januar ist Dr. Maike Bartsch, Leiterin der Gedenkstätte Breitenau (in Elternzeitvertretung für Dr. Ann Katrin Düben). Gesprächspartner ist Pfarrer Frithjof Tümmler. Im Gespräch geht es um den Holocaustgedenktag, um die Bedeutung der Erinnerung und um christliche Werte und die heutige Gesellschaft.
DokfestGeneration: Hannah Arendt: Denken ist gefährlich

Sa, 22.11., 12:00, Gloria Kino Kassel, Friedrich-Ebert-Str. 3
Dokumentarfilm von Jeff Bieber, Chana Gazit / Deutschland, USA 2025 / 86 Min. / Deutsch / englische UT
Das hochspannende dokumentarische Porträt zeichnet Hannah Arendts emotionalen und geistigen Weg zur wichtigsten politischen Denkerin des 20. Jahrhunderts nach. Ihre scharfen Analysen zur Entstehung des Totalitarismus, ihre Schriften und Vorträge über die Gefahren autokratischer Herrschaft klingen wie brandaktuelle Kommentare zur heutigen Weltlage. Was sie dagegen hält, ist das einem jeden Menschen mögliche Denken. Stop and think! lautet ihre Devise. „Verantwortungsbewusstsein kann sich nur bilden, indem man reflektiert, nicht über sich selbst, sondern über das, was man tut.“
Kooperationsveranstaltung im Rahmen des Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestivals
DokfestGeneration: FRIENDLY FIRE

Do, 20.11., 10:00, Gloria Kino Kassel, Friedrich-Ebert-Str. 3
Dokumentarfilm von Klaus Fried, Julia Albrecht / Deutschland, Österreich 2025 / 109 Min. / Deutsch, Englisch / deutsche UT
Klaus Frieds Film ist ein faszinierendes Puzzle-Porträt seines berühmten Vaters, des großen Nachkriegsdichters Erich Fried, der sowohl durch sein politisches Schreiben und Reden, als auch später durch seine Liebesgedichte zum Guru der alternativen, linken Bewegung der 68er und 70er wurde. „Es ist eine seltsame Sache, seinen Vater mit einer Generation junger Deutscher zu teilen, die ihren eigenen (Vätern) nicht trauen konnte.“ Der Sohn, der im für alle offenen Haus eines durch die Nazis Entwurzelten aufwuchs, entdeckt auf einem Trip durch Raum und Zeit sein Erbe, das tief ins Heute weist.
Kooperationsveranstaltung im Rahmen des Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestivals
Präsentation "Smart Museum TV"
Dienstag, 28.10.2025, 17 Uhr
Ort: Gedenkstätte Breitenau
Einladung zur Filmpräsentation
"Smart Museum TV" - Kinder entdecken die Gedenkstätte Breitenau
In den Herbstferien erkunden 15 Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren die Gedenkstätte Breitenau auf kreative Weise. Unter Anleitung des Vereins Zeit für Kinder e. V. entsteht dabei ein Filmbeitrag über ihre Eindrücke und Fragen zum Erinnerungsort in Guxhagen.
Zum Abschluss der Projekttage laden die jungen Medienmacher gemeinsam mit der Gedenkstätte herzlich zur öffentlichen Präsentation ihres Films ein. Die Kinder zeigen ihre Ergebnisse und berichten von ihren Erfahrungen mit Kamera, Schnitt und Geschichte. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur macht Stark“ vom Deutschen Museumsbund und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Der Film, den die Kinder gedreht haben, ist inzwischen HIER öffentlich einsehbar.
„Ohne Retour" - Zwangsarbeit in Kassel

Stadtteilrundgänge in Kassel-Mitte, Bettenhausen und Rothenditmold
Die Gedenkstätte Breitenau zeigt im Rahmen zweistündiger Stadtteilrundgänge ihre Verzweigung in die Region und in die Stadt Kassel. Dabei geht es zu Orten von NS-Zwangsarbeit, an denen Häftlinge aus dem Arbeitserziehungslager Breitenau eingesetzt waren. Thematisiert werden beteiligte Firmen, Alltag und Lebensbedingungen ausländischer Zwangsarbeiter:innen, aber auch Aspekte der Nachgeschichte wie die Aufarbeitung dieses Verbrechenskomplexes und Entschädigungen.
Kassel-Mitte:
Der Rundgang in Kassel-Mitte hat einen Fokus auf (Mit-)Täterschaft und die Organisation der Zwangsarbeit. Einrichtungen, die hier näher betrachtet werden, sind das ehemalige Arbeitsamt, das Ernährungsamt und das Polizeipräsidium am Königstor.
Treffpunkt ist am Himmelsstürmer vor dem Hauptbahnhof Kassel. Der Endpunkt ist in der Wilhelmshöher Allee 7.
Termine:
15. August
23. August
7. September
12. Oktober
Bettenhausen:
Einst ein eigenständiges Dorf wurde Bettenhausen 1906 in die Stadt Kassel eingemeindet. Günstig an der Losse gelegen, entstand hier früh ein Industriegebiet: Salzmann, Spinnfaser und Fieseler sind vielen bis heute ein Begriff.
Während des Zweiten Weltkriegs kam es zum massenhaften Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter:innen im Deutschen Reich und in den deutsch besetzten Ländern. Kaum ein Betrieb kam ohne den Einsatz von Zwangsarbeiter:innen aus. So auch in Bettenhausen. Entsprechend hatten dort nicht nur viele Firmen ihren Sitz, sondern es gab zusätzlich Unterkünfte für tausende von Zwangsarbeiter:innen, die in der Nähe ihrer Einsatzorte meistenteils in Baracken untergebracht waren.
Der Rundgang bietet einen Überblick über das Massenverbrechen NS-Zwangsarbeit mit Beispielen aus Bettenhäuser Firmen, thematisiert die Schicksale einzelner Zwangsarbeiter:innen und zeigt, wo heute noch Spuren von Zwangsarbeit in Bettenhausen sichtbar sind.
Treffpunkt ist vor dem Hallenbad-Ost, Leipziger Str. 99. Der Endpunkt ist am Friedhof Bettenhausen.
Termine:
20. Juli
16. August
21. September
19. Oktober
Mi 22. Oktober, 15 Uhr: Vortrag im Café Agathe, Agathofstr. 48 in Kassel
Rothenditmold:
Bei dem Rundgang durch Rothenditmold und Nordholland liegt der Fokus auf der Rüstungsindustrie. Es geht um große Firmen wie Henschel und Wegmann und die damaligen Betriebsstrukturen, aber auch um die „kleinen Leute“, die dort arbeiten wollten oder mussten. Außerdem wird hinterfragt, was Rüstung und Zwangsarbeit noch heute mit uns zu tun haben.
Treffpunkt ist vor dem Technik-Museum Kassel, Wolfhager Straße 109. Der Endpunkt ist am Hauptfriedhof.
Termine:
17. August
28. September
26. Oktober
Anmeldung erwünscht, Kurzentschlossene willkommen!
info[at]gedenkstaette-breitenau[dot]de, Tel. 05665 3533
Ab 14 Jahren, uneingeschränkt zugänglich. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.




