Unser Podcast
In diesem Podcast unterhalten sich Philipp und Nadine aus dem Masterstudiengang „Geschichte und Öffentlichkeit“ der Universität Kassel. Ausgehend von historischen Akten sprechen sie über die Arbeitsanstalt Breitenau, die während der NS-Herrschaft nicht nur als Arbeitshaus, sondern auch als frühes Konzentrationslager und später als „Arbeitserziehungslager“ genutzt wurde.
Ludwig ist ein Arbeiterjunge aus Frankfurt am Main, der im Oktober 1939 in die Arbeitsanstalt Breitenau in Guxhagen eingeliefert wird. Während seiner Haftzeit wird er zur Bestrafung mehrmals in eine der Isolationszellen im Hauptgebäude eingesperrt. Während dieser Isolationshaft ritzt er Botschaften in die Wände ein, die heute zur Aufarbeitung seines Schicksals führen. Seine Geschichte erzählt dabei nicht nur von seiner individuellen Erfahrung der Gefangenschaft, sondern gibt auch tiefe Einblicke in die Missstände des NS-Fürsorgesystems.
Konzept und Umsetzung: Philipp Misoch (2024)
In Kooperation mit Freies Radio Kassel und Archiv des Landeswohlfahrtsverband Hessen
Maria ist 17 Jahre alt, als sie im Dezember 1939 als Fürsorgezögling nach Breitenau gebracht wird, einem Arbeitshaus in Nordhessen im heutigen Guxhagen, in dem Jugendliche wie sie durch schwere Arbeit erzogen werden sollen. Sie war bereits zuvor in einem Jugendheim untergebracht, wurde aber nun – womöglich als Bestrafung – nach Breitenau geschickt, da die Bedingungen dort als besonders schlecht galten.
Während ihrer Haftzeit in der Anstalt lernt sie den Arbeiterjungen Ludwig Hies kennen und verliebt sich in ihn. Beide schreiben sich geheime Liebesbriefe, denn es ist männlichen und weiblichen Inhaftierten nicht gestattet, in irgendeiner Form miteinander zu kommunizieren. Die Geschichte der beiden Jugendlichen zeigt nicht nur ihre persönlichen Schicksale auf, sondern auch die Härte und Willkür innerhalb des deutschen Fürsorgesystems der NS-Zeit.
Konzept und Umsetzung: Philipp Misoch (2024)
In Kooperation mit Freies Radio Kassel und Archiv des Landeswohlfahrtsverband Hessen
Videopodcast zu Henschel Flugmotorenfabrik
Volkswagen Werk Kassel – Gegen das Vergessen: Wie war das in der Flugmotorenfabrik?
Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Jürgen Stumpf hat zusammen mit Auszubildenden aus dem Standort Kassel die Zeit beleuchtet, bevor Volkswagen das Areal des heutigen Standortes gekauft hat. Während des Zweiten Weltkrieges baute hier die Henschel Flugmotorenfabrik Flugzeugmotoren – und setzte viele Zwangsarbeiter ein. Entstanden ist ein Video, das bewusst durch einen neutralen grauen Hintergrund mit wenigen Bildern, dafür aber vielen eingesprochenen Zitaten, Geschichten und Fakten den Zuschauer fesselt. Es schaut zurück, lässt ehemalige Zwangsarbeiter zu Wort kommen, ordnet die lokalen Ereignisse in den historischen Gesamtkontext ein und gibt vielen Opfern damit ein Gesicht. Und dennoch: Fertig sei es noch nicht, so Stumpf. Er wolle noch mit den Azubis an einigen Stellen den Feinschliff durchführen. Es solle und müsse aber schon jetzt gezeigt werden und die Gedenkveranstaltung im Werk Kassel sei der perfekte Zeitpunkt hierfür gewesen. Das Unrecht, das viele Jahre lang auf dem heutigen Werkareal durch Henschel und die nationalsozialistische Rüstungsindustrie ausgeübt wurde, dürfe man nicht vergessen.
Die Gedenkstätte Breitenau kooperiert seit sechs Jahren mit der Volkswagen Akademie Kassel. Jedes Jahr bietet sie für rund 200 Auszubildende Tagesseminare zum Thema NS-Zwangsarbeit an.
Veranstaltungsmitschnitte
Hier findet ihr Mitschnitte unserer vergangenen Veranstaltungen.