Biografien  

Elfriede Frischauf

geboren 11.01.1925 Bad Sulza

Beruf Landarbeiterin
Wohnort bei Verhaftung Milda/Thüringen
Haftzeitraum 1944

Biografie

Elfriede Frischauf wird 1925 in Bad Sulza geboren. Im April 1942 absolviert die 17-jährige Elfriede Frischauf ihre Dienstpflicht im thüringischen Milda. Sie arbeitet bei einem Bauern, bei dem ein polnischer Zwangsarbeiter beschäftigt ist. Da der polnische Zwangsarbeiter Deutsch spricht, unterhält sich die junge Frau oft mit ihm. Gemeinsam mit einer Freundin spricht und singt sie zudem häufig mit anderen Zwangsarbeiter/innen und Kriegsgefangenen im Ort.

Im Dezember 1943 verschafft Elfriede Frischaufs Freundin einem jugoslawischen Kriegsgefangenen, der aus einem Lager geflüchtet war, ein Versteck. Die Freundin bittet Elfriede Frischauf um Hilfe, die daraufhin gemeinsam mit dem polnischen Zwangsarbeiter Kleidung und Nahrung für den Geflüchteten besorgt. Sie hat großes Mitleid mit dem jugoslawischen Kriegsgefangenen, fürchtet jedoch auch, dass andere von dem verbotenen Kontakt zu dem Kriegsgefangenen erfahren könnten. Obwohl ein ihr unbekannter polnischer Zwangsarbeiter sie warnt, dass sie bald verhaftet werden könnte, da die Flucht des Jugoslawen missglückt sei, sah Elfriede Frischauf keine Möglichkeit zu fliehen und wird schließlich im Februar 1944 zur Weimarer Gestapo gebracht. Ihr wird dort „Feindbegünstigung“ und „Beihilfe zur Flucht“ vorgeworfen. Zusammen mit zwei weiteren Frauen wird sie anschließend in das Arbeitserziehungslager Breitenau transportiert. Nach ihrer Ankunft werden die drei Frauen von einer Aufseherin geschlagen und kommen in eine überfüllte Zelle. Schließlich wird der Schutzhaftbefehl gegen sie ausgestellt und sie wird in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück überstellt, wo sie den roten Winkel für politisch Verfolgte trägt. Ende April 1945 wird sie auf einen Todesmarsch geschickt, wo ihr beim dritten Versuch die Flucht gelingt.

Anfang 1946 kann Elfriede Frischauf nach Leipzig zu ihrer Mutter zurückkehren, die viel Verständnis für das Handeln ihrer Tochter aufbringt, da sie selbst ausländischen Zwangsarbeiter/innen geholfen hatte.

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