Veranstaltungen  

Vorträge und Workshops

Verbotener Umgang

Frauen im Spannungsfeld zwischen NS-Verfolgung und Anerkennung

Vortrag von Tatjana Varnhold mit einer Kurzeinführung des Archiv der deutschen Frauenbewegung

Donnerstag, 10.09.2026, 18.00 Uhr

Ort: Gedenkstätte Breitenau

Im Nationalsozialismus wurden Kontakte zwischen deutschen Frauen und ausländischen Zwangsarbeitern als sogenannter „verbotener Umgang“ verfolgt. Schon ein Vorwurf hatte für die betroffenen Frauen oft schwere Folgen: öffentliche Demütigung, Haft oder die Einweisung in ein Arbeitserziehungslager oder Konzentrationslager.

Der Vortrag stellt Ergebnisse einer Masterarbeit zu Frauen vor, die aufgrund dieses Vorwurfs im Arbeitserziehungslager Breitenau inhaftiert waren. Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird gezeigt, wie ihre Erfahrungen nach 1945 weiterhin sexualisiert, moralisch abgewertet oder entpolitisiert wurden und wie nationalsozialistische Geschlechterbilder über das Kriegsende hinaus fortwirkten.

Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung trotzdem da! statt. 

In Kooperation mit Geschichtsort Adlerwerke, Archiv der deutschen Frauenbewegung und vhs Region Kassel

Gefördert von Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ)

Biografisches Arbeiten und historisches Lernen zu Formen des Antisemitismus

Workshop akkreditiert durch Lehrkräfteakademie sowie Schlüsselkompetenz

mit Prof. Dr. Christine Pflüger (Professur Geschichtsdidaktik, Universität Kassel), Dr. Ann Katrin Düben (Gedenkstätte Breitenau)

Freitag, 25.09.2026, 08.45 Uhr - 16:45 Uhr

Ort: Gedenkstätte Breitenau

Anmeldung bis zum 20.09.2026 an info[at]gedenkstaette-breitenau[dot]de

Adressat:innen: Lehrkräfte, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, Studierende Lehramt

Die Gedenkstätte Breitenau befindet sich seit 1984 am historischen Ort eines preußischen Arbeitshauses, in dem während der NS-Zeit ein frühes Konzentrationslager und ein „Arbeitserziehungslager“ (AEL) untergebracht waren. Breitenau war die zentrale Verfolgungs- und Haftstätte für die Stadt und den Regierungsbezirk Kassel. Unter den rund 10.000 Inhaftierten waren zwischen 1933 und 1945 fast sämtliche Verfolgtengruppen der Nationalsozialisten, darunter auch 186 Jüdinnen und Juden. Anhand von Quellen aus dem Archiv der Gedenkstätte Breitenau lassen sich zum einen individuelle Biografien von jüdischen Verfolgten und in Breitenau Inhaftierten (1933-1945) rekonstruieren und zum anderen verschiedene Formen und Auswirkungen von Antisemitismus erkennen und untersuchen. 

Nach einem geführten Rundgang und einem einführenden Vortrag beschäftigen sich die Teilnehmer:innen auf der Grundlage der Quellen mit individuellen Lebensgeschichten und Formen von Antisemitismus. Sie erkennen, in welchen unterschiedlichen sprachlichen Formulierungen und Alltagshandlungen sich antisemitische Haltungen äußerten, wie diese von den jüdischen Verfolgten erfahren wurden und welche Folgen sie für die Menschen hatten. Darüber hinaus wird an den konkreten Beispielen deutlich, welche Formen des Antisemitismus jeweils die Entscheidungen von Machthabenden beeinflussten. In einer abschließenden Arbeitsphase werden Fragen des didaktischen Umgangs mit den gewonnenen Erkenntnissen erarbeitet. 

Der Workshop wurde 2025 durch das Programm des HMWK QuiS – Qualität in Studium und Lehre im Rahmen der Förderlinie Antisemitismusprävention gefördert.