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Vorträge

„Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus"

 

Buchvorstellung und Gespräch mit: Dr. Ann Katrin Düben, Miriam Hockmann, Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar, Joschua Woischnik, Moderation: Gerrit Bräutigam

Montag, 15.06.2026, 19.30 Uhr 

Ort: Hofbuchhandlung Vietor, Ständeplatz 17, 34117 Kassel

Die frühen Konzentrationslager waren das zentrale Terrorinstrument bei der Durchsetzung und Machtsicherung der NS-Herrschaft. Über 100 von ihnen entstanden ab 1933 im Deutschen Reich. Nun ist dazu der neue Sammelband „Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ erschienen. Das NS-Regime erprobte in den frühen Konzentrationslagern massenhafte Inhaftierungen und verschiedene Anwendungen von Gewalt. Manche Lager wurden nach wenigen Wochen wieder aufgelöst, andere bestanden über Jahre und bildeten die Basis für das spätere KZ-System der SS. Nicht wenige SS-Männer begannen ihren Dienst in den frühen Konzentrationslagern und setzten ihn später in den Stamm- und Außenlagerkomplexen sowie den Vernichtungslagern des Zweiten Weltkriegs fort. Für viele Häftlinge war die Haft in den frühen Lagern der Beginn jahrelanger Verfolgung. Dennoch wird die Bedeutung der frühen Konzentrationslager zu wenig wahrgenommen. 

Das Konzentrationslager Breitenau in Guxhagen vor den Toren Kassels wurde am 15. Juni 1933 im gleichnamigen Arbeitshaus, in einem ehemaligen Benediktinerkloster eröffnet. Bis zu seiner Auflösung im März 1934 war Breitenau die zentrale NS-Haftstätte im Regierungsbezirk Kassel. Insgesamt waren hier 470 Männer inhaftiert, die überwiegend der Arbeiterbewegung angehörten. Für ihre Bewachung waren zunächst SA-Männer, dann Mitglieder der SS zuständig. Sie gehörten dem „Sondersturm Renthof“ an unter Leitung von Karl Otto Koch, dem späteren Lagerkommandanten des KZ Buchenwald.

Anmeldung unter: info[at]hofbuchhandlung-vietor[dot]de oder 0561 13085 

Eintritt: 4 Euro

In Kooperation mit: Hofbuchhandlung Vietor, Gedenkstätte Breitenau, Evangelisches Forum Kassel, Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, vhs Region Kassel 

„Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“, hg. von Sebastian Weitkamp, Christoph Thonfeld, Agnes Ohm und Nicola Wenge, Wallstein Verlag Göttingen 2026, Schriftenreihe der Gedenkstätte Esterwegen Band 6.

 

„Das letzte Ghetto. Eine Alltagsgeschichte von Theresienstadt"

 

Buchvorstellung und Gespräch mit Dr. Anna Hájková

Mittwoch, 24.06.2026, 19.00 Uhr

Ort: Stadtbibliothek Kassel, Obere Königsstr. 3, 34117 Kassel 

Während des Holocaust bildete sich in der Häftlingsgesellschaft von Theresienstadt eine eigene soziale Hierarchie heraus. Dabei entschieden kleine Unterschiede zwischen den Häftlingen – ihr Alter, ihre Herkunft oder ihre frühere Arbeit – über Leben und Tod. In den dreieinhalb Jahren des Bestehens des Lagers schufen die Häftlinge ihre eigene Kultur und ihre eigenen Gewohnheiten, schlossen sich zusammen, verliebten sich und gründeten neue Familien. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen legt die Historikerin Anna Hájková erstmals eine analytische, transnationale Kultur-, Sozial-, Geschlechter- und Organisationsgeschichte Theresienstadts vor und bietet damit neue Einsichten in die Geschichte des Holocaust. Das Buch erscheint im transcript Verlag Mai 2026.

Die Teilnahme ist gebührenfrei. Um Spenden wird gebeten.

In Kooperation mit: Bildungsforum St. Michael, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Friedrichsgymnasium, Gedenkstätte Breitenau, Geschichtsverein Kassel (VHG), Judaica in Meimbressen e.V., Sara Nussbaum Zentrum, Stadtbibliothek Kassel, VHS Region Kassel.