
Arbeitersport in Nordhessen
Vortrag mit Christopher Vogel und Dr. Dieter Vaupel
Mittwoch, 08.04.2026, 18:00 Uhr
Ort: Gedenkstätte Breitenau
Der Kasseler Sportverein Dynamo Windrad hat eine Wanderausstellung zum Thema Arbeitersport konzipiert, die in der Gedenkstätte Breitenau ab dem 27. März zu sehen sein wird. Nach einer Einführung zur Ausstellung durch Christopher Vogel von Freizeitsportclub Dynamo Windrad Kassel e.V. wird Dr. Dieter Vaupel zum Thema Arbeiterradsport - auch der Langsamste kann Sieger sein referieren.
Bis 1933 gab es in Deutschland und Europa keine einheitliche Sportbewegung wie wir sie heute kennen. Vielmehr existierten verschiedene weltanschaulich und religiös ausgerichtete Sportverbände, die scharf voneinander abgegrenzt ihre eigenen nationalen und internationalen Wettbewerbe, Meisterschaften und Olympiaden austrugen. Auch in Kassel bestanden bis 1933 zahlreiche Arbeitersportvereine, bevor sie von den Nazis nach deren Machtergreifung zerschlagen und ihres Besitzes beraubt wurden. 1930 waren im Arbeitersportkartell Kassel, in dem die Arbeitersportvereine und andere Gruppen wie die Naturfreunde und die Arbeiterwohlfahrt zusammengeschlossen waren, in 270 Vereinen etwa 13.000 Mitglieder organisiert. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Arbeitersports (vor allem des Fußballs) vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1945 in Deutschland und Kassel. Darin wird z.B. die Geschichte des Nordstadtvereins Eintracht Kassel erzählt, dem erfolgreichsten Fußball-Verein des Arbeitersports der 1920er Jahre. In Kassel fanden auch zwei Länderspiele mit jeweils über 10.000 Zuschauern auf der Hessenkampfbahn statt.
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Breitenau in Kooperation mit Dynamo Windrad Freizeitsportclub Kassel e.V.
Rechtsextremismus in den USA
Eine Geschichte aus aktuellem Anlass
Vortrag von Prof. Dr. Mischa Honeck
Donnerstag, 23.04.2026, 18.00 Uhr
Ort: vhs Region Kassel, Wilhelmshöher Allee 19-21, Saal
Nicht erst seit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 tobt eine heftige Debatte darüber, inwiefern die USA unter Donald Trump in Richtung eines faschistischen Staates marschieren. Die Diagnosen von führenden Politologen und Historikern variieren; unstrittig ist jedoch, dass der Trumpismus rechtskonservative bis rechtsextreme Inhalte in sich vereint. Dieser Vortrag zeichnet historische Entwicklungslinien eines genuin US-amerikanischen Rechtsextremismus nach, die von der Idee der weißen Vorherrschaft bis zu den Stichwortgebern der aktuellen MAGA-Bewegung reichen.
Die Teilnahme ist gebührenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Geschichte der Sprengstofffabrik Hirschhagen
Exkursion mit Karl-Heinrich Schlegel
Sonntag, 26.04.2026, 10:30 Uhr
Ort: Fürstenhagen, Haltestelle Straßenbahnlinie 4
In Hirschhagen wurde eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichtegeschrieben. Etwa 1.000 ungarische Jüdinnen wurden aus Auschwitz hierher deportiert, um Sprengstoff herzustellen. Die Führung über das Areal der nationalsozialistischen Sprengstofffabrik erzählt die Geschichte dieses Ortes und der Menschen, die hier zur Arbeit gezwungen wurden und dabei allzu oft den Tod fanden. Erläutert werden die Produktion von Sprengstoffen und Munition, die lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen sowie der Tagesablauf der zur Arbeit gezwungenen Menschen. Ein weiterer Schwerpunkt sind die durch die Rüstungsindustrie verursachten Umweltschäden im Boden und Grundwasser sowie die Sanierungsmaßnahmen, die Mitte der 1980er Jahre begannen. Bitte auf wetterfeste Kleidung und geeignetes Schuhwerk achten. Die Exkursion ist nicht barrierefrei und wird ca. vier Stunden dauern. Der Weg umfasst eine Distanz von ca. 8 Kilometern und weist wechselnde Oberflächen auf.
Anmeldungen bitte bis 16.4.26 über die vhs Region Kassel. Kosten: 15 €
Vergessene Orte in Kassel: NS-Lager an der Wartekuppe
Exkursion mit Carsten Huhn
Montag, 18.05.2026, 18.00 Uhr
Ort: Kassel-Niederzwehren, Grillplatz, Wartekuppe 27
Die Lagergeschichte des Nationalsozialismus hat auch in Kassel an verschiedenen Stellen Spuren hinterlassen. Durch die jahrelange Überformung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind diese an manchen Stellen jedoch nur noch schwer zu erkennen. Der Referent Carsten Huhn präsentiert auf einem Rundgang durch den Kasseler Stadtteil Niederzwehren seine Erkenntnisse zu den ehemaligen Lagern an der Wartekuppe. In den Jahren zwischen 1937 und 1944 waren hier Sinti und Roma, Kriegsgefangene und Menschen, die Zwangsarbeit leisten mussten, interniert gewesen. Die Veranstaltung findet draußen statt - bitte achten Sie auf angemessenes Schuhwerk und dem Wetter angemessene Kleidung!
Die Teilnahme ist gebührenfrei.