Vorträge

trotzdem da! Ausstellungseröffnung
mit einem einführenden Vortrag von Dr. Katherine Lukat, Stadtarchiv Wiesbaden
Donnerstag, 20.08.2026, 17.00 Uhr
Ort: Gedenkstätte Breitenau
Während der Zeit des Nationalsozialismus waren freundschaftliche und intime Kontakte zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter:innen unerwünscht. Zum Teil waren sie streng verboten. Doch sie sind „trotzdem da“: Kinder, die aus solchen Beziehungen hervorgegangen sind. Ihre Geschichten wurden lange tabuisiert.
Die Gedenkstätte Lager Sandbostel in Niedersachsen hat 2023 das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „trotzdem da“ gestartet, um diese Kinder und ihre Geschichten und Erinnerungen sichtbar zu machen. Im Rahmen des Projektes konnten mehr als 20 von ihnen für das Projekt gewonnen werden. Diese Menschen haben mit ihren Erinnerungen, mit Dokumenten und Fotos die entscheidende Grundlage für die Wanderausstellung gelegt. Sie wird in der Gedenkstätte Breitenau am 20. August um 17.00 Uhr eröffnet mit einem Vortrag der Historikerin Dr. Katherine Lukat.
Der Vortrag beleuchtet den Verbrechenskomplex NS-Zwangsarbeit und „Verbotener Umgang“ als einen Teilaspekt dieses NS-Gesellschaftsverbrechens. Dabei werden auch Menschen beschrieben, die aufgrund des „Umgangsdeliktes“ im sogenannten Arbeitserziehungslager Breitenau inhaftiert waren.
Dr. Katherine Lukat ist Sachgebietsleiterin Gedenkstätten beim Stadtarchiv Wiesbaden und hat mit einer Lokalstudie zu NS-Zwangsarbeit promoviert.
In Kooperation mit Geschichtsort Adlerwerke, Archiv der deutschen Frauenbewegung und vhs Region Kassel
Gefördert von Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ)

Verbotener Umgang
Frauen im Spannungsfeld zwischen NS-Verfolgung und Anerkennung
Vortrag von Tatjana Varnhold mit einer Kurzeinführung des Archiv der deutschen Frauenbewegung
Donnerstag, 10.09.2026, 18.00 Uhr
Ort: Gedenkstätte Breitenau
Im Nationalsozialismus wurden Kontakte zwischen deutschen Frauen und ausländischen Zwangsarbeitern als sogenannter „verbotener Umgang“ verfolgt. Schon ein Vorwurf hatte für die betroffenen Frauen oft schwere Folgen: öffentliche Demütigung, Haft oder die Einweisung in ein Arbeitserziehungslager oder Konzentrationslager.
Der Vortrag stellt Ergebnisse einer Masterarbeit zu Frauen vor, die aufgrund dieses Vorwurfs im Arbeitserziehungslager Breitenau inhaftiert waren. Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird gezeigt, wie ihre Erfahrungen nach 1945 weiterhin sexualisiert, moralisch abgewertet oder entpolitisiert wurden und wie nationalsozialistische Geschlechterbilder über das Kriegsende hinaus fortwirkten.
Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung trotzdem da! statt.
In Kooperation mit Geschichtsort Adlerwerke, Archiv der deutschen Frauenbewegung und vhs Region Kassel
Gefördert von Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ)