Biografien  

Marcin Blaszczak

geboren 16.08.1919 Podlesie
gestorben 28.02.1996 Złotoryja

Biografie

Marcin Blaszczak wird 1919 im oberschlesischen Podlesie in Polen geboren, wo er gemeinsam mit seinem Bruder Michael aufwächst.

Im April 1940 wird Marcin Blaszczak unweit seines Heimatortes von deutschen Soldaten aufgegriffen. Zunächst wird er nach Zamosc und Lublin gebracht, woraufhin er nach Deutschland verschleppt wird. Marcin Blaszcak arbeitet daraufhin in Unterweißenborn im Kreis Bad Hersfeld bei einem Bauern, der ihn jedoch unzureichend mit Nahrung versorgt, worüber sich Marcin Blaszczak beschwert. Der andauernde Hunger führt zu einer starken körperlichen Entkräftung. Da er Angst hat, nicht mehr arbeitsfähig zu sein oder getötet zu werden, flieht er von seinem Arbeitsplatz. Schließlich wird er in Fulda festgenommen und im dortigen Gefängnis inhaftiert. Von dort aus gelangt Marcin Blaszczak in das Arbeitserziehungslager Breitenau, wo er schwere körperliche Arbeit verrichten muss. Er bleibt rund zwei Wochen in Breitenau. Im Lager leidet er unter starkem Hunger, Todesangst und den konstanten Schikanen der Wachmannschaften. Da ihm von dem Bauern, bei dem er vor seiner Gefangenschaft gearbeitet hatte, bescheinigt wird, dass er ein guter Arbeiter sei, wird er aus Breitenau entlassen und kehrt zu diesem Bauern in Unterweißenborn zurück. Kurz darauf wird er an eine Bäckersfamilie vermittelt.

Nach dem Krieg kehrt Marcin Blaszczak nach Polen zurück und arbeitet bei der polnischen Bahn. 1981 besucht er die ehemalige Bäckersfamilie, bei der er nach der Gefangenschaft in Breitenau gearbeitet hatte und sucht in diesem Zuge die Orte auf, in denen er während des Krieges arbeiten musste. So entsteht auch ein erster Kontakt nach Breitenau. Marcin Blaszczak ist einer der ersten Zeitzeugen, die zu ihrer Gefangenschaft in Breitenau befragt werden und lebendig von ihrem Leiden im Arbeitserziehungslager berichten. Anfang der 1990er Jahre besucht er Deutschland erneut und nimmt dabei positiv zur Kenntnis, dass in Breitenau eine Gedenkstätte eingerichtet worden war. Die Gedenkstätte Breitenau kann Marcin Blaszczak jedoch nur einmal besuchen, da er 1996 nach einem Schlaganfall in Zlotoryja verstirbt.

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