
„Ohne Retour“ Stadtteilrundgänge zu NS-Zwangsarbeit
Ohne Retoure ging die Fahrt nach Kassel für den Niederländer Cornelis van den Nieuwendijk, als er 1941 vom Arbeitsamt in Rotterdam auf „Arbeitseinsatz“ in das Deutsche Reich geschickt wurde. „Ab nach Kassel – ohne retour“ lautete auch der Titel seines Erinnerungsberichts, der namensgebend ist für die Stadtteilrundgänge zum Thema NS-Zwangsarbeit. An Orten von NS-Zwangsarbeit in Kassel geht es dabei um beteiligte Firmen, Alltag und Lebensbedingungen ausländischer Zwangsarbeiter:innen, „Arbeitserziehungslager“ als Disziplinierungsmittel und Aspekte der Nachgeschichte wie die Aufarbeitung dieses Verbrechenskomplexes und Entschädigungen.
Stadtteilrundgang zu NS-Zwangsarbeit in Kassel-Bettenhausen
Samstag, 28.03.2026, 14.00 Uhr
Treffpunkt ist vor dem Hallenbad-Ost, Leipziger Str. 99. Der Endpunkt ist am Friedhof Bettenhausen.
Der Rundgang wird circa zwei Stunden dauern.
In Bettenhausen verbinden sich Dorf- und Industriegeschichte. Hier lässt sich NS-Zwangsarbeit als Alltagsverbrechen nachvollziehen. Der Rundgang bietet einen Überblick über das Massenverbrechen NS-Zwangsarbeit mit Beispielen aus Bettenhäuser Firmen, thematisiert Einzelschicksale und zeigt, wo heute noch Spuren von Zwangsarbeit in Bettenhausen sichtbar sind.
Anmeldung erwünscht, Kurzentschlossene willkommen!
info[at]gedenkstaette-breitenau[dot]de, Tel. 05665 3533
Ab 14 Jahren, uneingeschränkt zugänglich. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.
Alexander Kranich Kollektiv: Tribute To Coco Schumann
Konzert zur Erinnerung an die Endphaseverbrechen 1945
Freitag, 27.03.2026, 18.00 Uhr
Ort: Remise im Palais Bellevue, Schöne Aussicht 2, 34117 Kassel
Vor 81 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. In dieser Zeit des Umbruchs wurden vielerorts Menschen Opfer von Willkür, Rache und Gewalt. Hunderte Menschen wurden auf Todesmärsche getrieben oder in große Lager deportiert. In der Region Kassel kam es Ende März 1945 zu Endphaseverbrechen. Das Alexander Kranich Kollektiv erinnert an diese Zeit mit Stücken von Jazz-Legende und Holocaust-Überlebendem Coco Schumann. In den Vernichtungslagern Theresienstadt und Auschwitz spielte dieser unter anderem mit den ‚Ghetto-Swingers’ bei der Ankunft neuer Häftlinge.
Alexander Kranich spielt die Originalgitarre Coco Schumanns. Mit den rekonstruierten Originalkompositionen Schumanns und Auszügen aus dem überlieferten Repertoire der ‚Ghetto Swingers‘ wird die Lebensgeschichte eines großen jüdisch-deutschen Musikers erzählt.
Besetzung:
Alexander Kranich: Gitarre
Dirk Engelhardt: Saxophon
Axel Reichard: Klavier
Andreas Smyrek: Schlagzeug
Max Jalaly: Kontrabass
Eintritt frei, um Spenden zugunsten der Musiker wird gebeten!
Eine Veranstaltung der Stadt Kassel und der Gedenkstätte Breitenau in Kooperation mit dem Evangelischen Forum Kassel und der VHS Region Kassel

Antisemitismus – Legitimationserzählungen der alten und neuen Rechten
Lesung und Gespräch zum Holocaust-Gedenktag mit Julian Timm
Dienstag, 27.01.2026, 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek Kassel, Zentralbibliothek, Obere Königsstraße 3−5, 34117 Kassel
Wenn es etwas gibt, das die diversen rechten Strömungen von der Mitte bis zum Rand der Gesellschaft vereint, dann ist es ein antisemitisches Weltbild. Dieses tritt heute meist verschlüsselt auf. Antisemitische Vorstellungen werden sprachlich codiert, als Gesellschafts- oder Kapitalismuskritik getarnt und mit neuen Begriffen versehen. So entstehen Erzählungen, die skandalisieren, emotionalisieren und immer wieder auch Vernichtungsphantasien transportieren.
An ihren Mustern lassen sich die historischen, eindeutig antisemitischen Wurzeln erkennen. Ob „Deep State“ in den USA, die „BRD-GmbH“ in Reichsbürgerkreisen oder der Genozid-Vorwurf gegen Israel – viele aktuelle Narrative knüpfen an alte Motive an, die aus einer unverhohlen antisemitischen Richtung kommen. Nach Auschwitz hat sich der Sprachgebrauch gewandelt, nicht aber der Inhalt. Was früher als "Jüdische Weltverschwörung" betitelt wurde, wird heute als „New World Order“ weitererzählt.
Julian Timm liest aus seiner Dissertation „Der erzählte Antisemitismus. Das Narrativ der ‚Jüdischen Weltverschwörung’ von seinen literarischen Ursprüngen bis heute“ (2023) und spricht über Kontinuitäten, Funktionen und Wirkmechanismen antisemitischer Erzählungen.
Teilnehmer:innen einer sich anschließenden Podiumsdiskussion sind Elena Padva (Sara Nussbaum Zentrum für Jüdisches Leben Kassel), Sebastian Schackert (DGB Schwal-Eder, GEW-Mitglied und Lehrer) und Dr. Maike Bartsch (Gedenkstätte Breitenau).
Gemeinschaftsveranstaltung der Gedenkstätte Breitenau, des DGB Kreisverband Schwalm-Eder und des DGB Kassel. In Kooperation mit dem Sara Nussbaum Zentrum und der Stadtbibliothek Kassel.
REMEMBER ME
Holocaust-Gedenkkonzert
Sonntag, 25.01.2026, 17:00 Uhr
Ort: Karlskirche, Karlsplatz, 34117 Kassel
Milena Hoge (Harfe) | Marcia Lemke-Kern (Sopran) | Kerstin Petersen (Orgel)
Zwei Tage vor dem Holocaust-Gedenktag 2026 lädt das Evangelische Forum Kassel zu einem Gedenkkonzert mit der Sopranistin Marcia Lemke-Kern, der Harfenistin Milena Hoge und der Organistin Kerstin Petersen in die Kasseler Karlskirche ein.
Auf dem Programm stehen Werke von Komponistinnen und Komponisten, die vom Holocaust betroffen waren oder sich in ihrer Musik mit Erinnerung, Verlust und Hoffnung auseinandersetzen – darunter Carlo Sigmund Taube, James Simon, Eduard Birnbaum und weitere zeitgenössische Beiträge. In der berührenden Klangwelt von Sopran, Harfe und Orgel öffnet sich ein musikalischer Raum des Erinnerns und des Gedenkens.
Eine Veranstaltung des Evangelischen Forums Kassel in Kooperation mit der Gedenkstätte Breitenau, dem Sara Nussbaum Zentrum Kassel, dem Verein zur Rettung der Synagoge Felsberg e.V., der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kassel, der Judaica in Meimbressen, der vhs Volkshochschule Region Kassel, der Deutsch-Israelische Gesellschaft, der Katholische Kirche Kassel, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., dem Museum für Sepulkralkultur und Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
"N'Schwatz off d'r Bank"
Gottesdienst mit Gespräch
Sonntag, 25.01.2026, 10:45 Uhr
Ort: Winterkirche Guxhagen, Sellestraße 27, 34302 Guxhagen
Die Evangelische Kirchengemeinde Guxhagen startet Ende Januar eine neue Veranstaltungsreihe. Eingebettet in einen Gottesdienst der Begegnung, Offenheit und Vielfalt wird jedes Mal ein Gespräch.Heimlicher Star der Gesprächs- und Diskussionsreihe und immer dabei ist eine Bank des Holzkünstlers Rainer Schunder – in leuchtenden Regenbogenfarben, eigens für das Projekt gestaltet. An verschiedenen Sonntagen nehmen darauf Menschen aus der Gemeinde und Umgebung Platz: Menschen, die etwas bewegt haben, die sich engagieren, die Herausforderungen meistern oder einfach ihre ganz persönliche Geschichte teilen möchten. In einem Interviewgespräch während des Gottesdienstes erfahren wir, was sie inspiriert, stärkt und trägt. So entstehen lebendige Einblicke in das, was unser gemeinsames Leben so bunt und vielfältig macht.
Das neue Format möchte Menschen miteinander ins Gespräch bringen, den Austausch fördern und zeigen, wie wichtig Toleranz, Vielfalt und Menschlichkeit im christlichen Miteinander sind.
Kommen Sie vorbei, hören Sie zu, lassen Sie sich berühren und entdecken Sie, wie viel wir voneinander lernen können, wenn wir uns Zeit für ein Gespräch nehmen.
Der erste Gottesdienst findet statt am 25. Januar 2026 in der Winterkirche Guxhagen um 10.45 Uhr. Zu Gast beim ersten „Schwatz off d‘r Bank“ am 25. Januar ist Dr. Maike Bartsch, Leiterin der Gedenkstätte Breitenau (in Elternzeitvertretung für Dr. Ann Katrin Düben). Gesprächspartner ist Pfarrer Frithjof Tümmler. Im Gespräch geht es um den Holocaustgedenktag, um die Bedeutung der Erinnerung und um christliche Werte und die heutige Gesellschaft.

DokfestGeneration: Hannah Arendt: Denken ist gefährlich
Sa, 22.11., 12:00, Gloria Kino Kassel, Friedrich-Ebert-Str. 3
Dokumentarfilm von Jeff Bieber, Chana Gazit / Deutschland, USA 2025 / 86 Min. / Deutsch / englische UT
Das hochspannende dokumentarische Porträt zeichnet Hannah Arendts emotionalen und geistigen Weg zur wichtigsten politischen Denkerin des 20. Jahrhunderts nach. Ihre scharfen Analysen zur Entstehung des Totalitarismus, ihre Schriften und Vorträge über die Gefahren autokratischer Herrschaft klingen wie brandaktuelle Kommentare zur heutigen Weltlage. Was sie dagegen hält, ist das einem jeden Menschen mögliche Denken. Stop and think! lautet ihre Devise. „Verantwortungsbewusstsein kann sich nur bilden, indem man reflektiert, nicht über sich selbst, sondern über das, was man tut.“
Kooperationsveranstaltung im Rahmen des Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestivals

DokfestGeneration: FRIENDLY FIRE
Do, 20.11., 10:00, Gloria Kino Kassel, Friedrich-Ebert-Str. 3
Dokumentarfilm von Klaus Fried, Julia Albrecht / Deutschland, Österreich 2025 / 109 Min. / Deutsch, Englisch / deutsche UT
Klaus Frieds Film ist ein faszinierendes Puzzle-Porträt seines berühmten Vaters, des großen Nachkriegsdichters Erich Fried, der sowohl durch sein politisches Schreiben und Reden, als auch später durch seine Liebesgedichte zum Guru der alternativen, linken Bewegung der 68er und 70er wurde. „Es ist eine seltsame Sache, seinen Vater mit einer Generation junger Deutscher zu teilen, die ihren eigenen (Vätern) nicht trauen konnte.“ Der Sohn, der im für alle offenen Haus eines durch die Nazis Entwurzelten aufwuchs, entdeckt auf einem Trip durch Raum und Zeit sein Erbe, das tief ins Heute weist.
Kooperationsveranstaltung im Rahmen des Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestivals
Präsentation "Smart Museum TV"
Dienstag, 28.10.2025, 17 Uhr
Ort: Gedenkstätte Breitenau
Einladung zur Filmpräsentation
"Smart Museum TV" - Kinder entdecken die Gedenkstätte Breitenau
In den Herbstferien erkunden 15 Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren die Gedenkstätte Breitenau auf kreative Weise. Unter Anleitung des Vereins Zeit für Kinder e. V. entsteht dabei ein Filmbeitrag über ihre Eindrücke und Fragen zum Erinnerungsort in Guxhagen.
Zum Abschluss der Projekttage laden die jungen Medienmacher gemeinsam mit der Gedenkstätte herzlich zur öffentlichen Präsentation ihres Films ein. Die Kinder zeigen ihre Ergebnisse und berichten von ihren Erfahrungen mit Kamera, Schnitt und Geschichte. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur macht Stark“ vom Deutschen Museumsbund und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Der Film, den die Kinder gedreht haben, ist inzwischen HIER öffentlich einsehbar.



